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    Kanzlei & Verwaltung

    Kanzlei-Automatisierung: 5 Aufgaben, die keine abrechenbare Zeit fressen müssen

    6 Minuten Lesezeit
    Kanzlei-Automatisierung: 5 Aufgaben ohne abrechenbare Zeit

    In einer kleinen Kanzlei zählt am Ende des Tages eine Zahl: die abrechenbaren Stunden. Alles andere – Unterlagen anfordern, Belege sortieren, Fristen eintragen, Standardschreiben aufsetzen – muss trotzdem erledigt werden, taucht aber auf keiner Rechnung auf. Genau in diesen Aufgaben versickern täglich Stunden. Die gute Nachricht: Ein großer Teil davon lässt sich automatisieren, ohne dass die Kontrolle aus der Kanzlei wandert. Fünf Beispiele.

    1. Mandantenunterlagen anfordern und nachfassen

    Heute läuft das oft so: Eine Mitarbeiterin schreibt eine E-Mail mit einer Liste fehlender Unterlagen. Nach einer Woche kommt die Hälfte. Dann folgt die zweite Mail, ein Anruf, irgendwann eine dritte Erinnerung. Jede Runde kostet Zeit, und niemand hat den Überblick, bei welchem Mandat noch was fehlt.

    Automatisiert sieht das anders aus: Pro Mandat gibt es eine Liste der benötigten Unterlagen. Das System verschickt die Anforderung, hakt eingegangene Dokumente ab und erinnert automatisch an das, was noch fehlt – in einem Ton und Rhythmus, den die Kanzlei vorgibt. Die Erinnerungs-Mails können vor dem Versand zur Freigabe vorgelegt werden. Das Nachfassen passiert von selbst; das Team greift nur ein, wenn ein Mandant wirklich nicht reagiert.

    2. Belegeingang sichten und zuordnen

    Belege kommen per E-Mail, als Foto, als PDF im Anhang, manchmal auf Papier. Jemand muss jedes Dokument öffnen, erkennen, wozu es gehört, umbenennen und in die richtige Akte oder den richtigen Ordner legen. Bei zwanzig Mandaten ist das eine Daueraufgabe, die nie fertig wird.

    Automatisierbar ist hier vor allem die Vorsortierung: Der E-Mail-Eingang wird ausgelesen, Anhänge werden erkannt, nach Mandat und Dokumenttyp zugeordnet und strukturiert abgelegt – mit einheitlicher Benennung. Was das System nicht sicher zuordnen kann, landet in einer Klärungsliste statt im allgemeinen Posteingang. Aus „jedes Dokument einzeln anfassen" wird „einmal am Tag die Ausnahmen prüfen".

    3. Fristen und Wiedervorlagen pflegen

    Fristen sind das Thema, bei dem in Kanzleien niemand einen Fehler riskieren will – und genau deshalb wird oft doppelt und dreifach gepflegt: im Fristenkalender, in der Akte, im Kopf. Wiedervorlagen werden händisch eingetragen und händisch kontrolliert.

    Die Fristenkontrolle selbst bleibt Sache der Kanzlei. Automatisieren lässt sich das Drumherum: Wiedervorlagen, die beim Anlegen eines Vorgangs automatisch entstehen. Erinnerungen, die rechtzeitig und gestaffelt an die zuständige Person gehen. Eine Übersicht, die zeigt, was diese Woche ansteht – ohne dass jemand morgens drei Systeme abgleichen muss. Das ersetzt keine Fristenprüfung, aber es sorgt dafür, dass nichts still liegen bleibt.

    4. Immer gleiche Standardschreiben aufsetzen

    Mandatsbestätigung, Vollmachtsanforderung, Sachstandsmitteilung, Zwischennachricht ans Gericht: Viele Schreiben folgen demselben Muster, nur Namen, Aktenzeichen und Daten ändern sich. Trotzdem werden sie oft jedes Mal neu zusammenkopiert – mit dem Risiko, dass ein altes Aktenzeichen stehen bleibt.

    Automatisiert entsteht der Entwurf auf Knopfdruck: Die Vorlage zieht sich die Stammdaten aus der Akte, setzt Anrede, Aktenzeichen und Datum korrekt ein und legt das fertige Dokument zur Prüfung vor. Unterschrieben und verschickt wird erst nach Freigabe. Der Unterschied liegt nicht im einzelnen Schreiben, sondern in der Summe: Aus zehn Minuten pro Schreiben wird eine Minute Kontrolle.

    5. Mandatsinfos aus Telefon, Mail und Post in die Akte übertragen

    Ein Mandant ruft an und nennt eine neue Adresse. Ein anderer schickt eine Info per Mail, die eigentlich in die Akte gehört. Ein Brief kommt mit der Post und muss erfasst werden. Jede dieser Kleinigkeiten bedeutet: System öffnen, Vorgang suchen, eintragen. Wird es aufgeschoben, ist die Akte nicht aktuell – und die nächste Person arbeitet mit veralteten Informationen.

    Hier hilft ein strukturierter Eingangskanal: E-Mails werden ausgelesen und dem richtigen Vorgang zugeordnet, Gesprächsnotizen lassen sich direkt nach dem Telefonat diktieren oder kurz eintippen und landen automatisch in der Akte, eingescannte Post wird erkannt und zugeordnet. Die Information wird einmal erfasst – danach kümmert sich das System um die Ablage.

    Und was ist mit Berufsrecht und Vertraulichkeit?

    Der Einwand ist berechtigt und gehört an den Anfang jedes Projekts, nicht ans Ende. Mandatsdaten sind vertraulich, die berufsrechtlichen Pflichten gelten unabhängig davon, ob ein Mensch oder ein System eine E-Mail sortiert. Deshalb gilt für jede Automatisierung in der Kanzlei: Sie läuft in den Systemen der Kanzlei, mit den Zugriffsrechten, die die Kanzlei vergibt. Es entsteht kein Schattensystem, in dem Mandatsdaten unkontrolliert liegen.

    Genauso wichtig: Die fachliche Verantwortung bleibt, wo sie hingehört. Automatisierung bereitet vor – sortiert, erinnert, erstellt Entwürfe. Freigegeben, geprüft und entschieden wird von der Anwältin oder dem Anwalt. Gut gebaute Workflows haben genau dafür eingebaute Freigabeschritte: Nichts geht raus, was niemand gesehen hat.

    Wo anfangen?

    Nicht mit allem gleichzeitig. Nimm die Aufgabe, die im Alltag am meisten nervt und am häufigsten vorkommt – in vielen Kanzleien ist das das Nachfassen von Unterlagen oder die Belegsortierung. Ein einzelner Workflow lässt sich in überschaubarer Zeit einführen und zeigt schnell, ob der Ansatz für deine Kanzlei funktioniert. Danach kommt der nächste Prozess dran.

    Dieser Artikel ist übrigens keine Rechtsberatung – bei berufsrechtlichen Fragen zur konkreten Umsetzung gehört die zuständige Kammer oder ein Kollege mit ins Boot.

    PROSERV-O baut solche Workflows für kleine Betriebe und Kanzleien – zugeschnitten auf die vorhandenen Systeme, mit Freigabeschritten dort, wo sie hingehören. Wenn du wissen willst, welche deiner Aufgaben sich zuerst lohnen, sprechen wir das im Erstgespräch durch.

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